Das große glaubensbekenntnis: Ursprung, Bedeutung und praktische Anwendung

Dieses Artikelblatt behandelt das große Glaubensbekenntnis als zentrale Bekenntnisform im christlichen Glauben. Es geht um dessen Ursprung, seine Bedeutung und seine praktische Anwendung im Gottesdienst, in der Katechese und im Alltag. Der Text verwendet verschiedene Bezeichnungen wie das Credo, das Apostolische Glaubensbekenntnis und das Nizänische Glaubensbekenntnis, um die semantische Breite dieses Phänomens sichtbar zu machen.
Was ist das große Glaubensbekenntnis?
Der Begriff das große Glaubensbekenntnis steht in vielen christlichen Traditionen als Sammelbezeichnung für eine längere oder längere Form eines Glaubensbekenntnisses, das die zentralen Lehren des Christentums knüpft und zusammenfasst. Der Ausdruck verweist auf eine im liturgischen Leben bedeutende, oft feierlich rezitierte Bekenntnisform, die in bestimmten Riten und Kontexte als „vollständiger“ oder „ausführlicher“ angesehen wird. In der Praxis begegnet man unter diesem Sammelbegriff vor allem zwei Formen, die in unterschiedlicher religiöser Tradition verwendet werden: das Apostolische Glaubensbekenntnis und das Nizänische Glaubensbekenntnis. Daneben existieren regional unterschiedliche Fassungen und volksspracheliche Versionen, die im Laufe der Kirchengeschichte entstanden sind und heute im Ökumenebereich oft nebeneinanderstehen.
Ursprung und historische Entwicklung
Frühe Formen des Glaubensbekenntnisses
Alle christlichen Glaubensbekenntnisse gehen auf frühe, taufbegleitende Formeln zurück. In den ersten Jahrhunderten entwickelte sich aus der Taufeineinführung eine zusammenfassende Lehre, die in den Gemeinden wiederkehrend vorgetragen wurde. Wichtige Merkmale dieser ursprünglichen Glaubenszeugnisse waren eine klare, katechetische Struktur und eine Festlegung auf zentrale Glaubenswächter:
- Die Anerkennung Gottes als Schöpfer und Herrscher über Himmel und Erde.
- Der Glaube an Jesus Christus als Sohn Gottes, der Mensch wurde, gestorben, auferstanden und wieder zur Rechten Gottes sitzt.
- Der Heilige Geist als Träger der lebensverändernden Gegenwart Gottes in Kirche und Welt.
- Die Gemeinschaft der Gläubigen, die Vergebung der Sünden, die Auferstehung der Toten und das ewige Leben als Ziel der Heilsgeschichte.
Aus dieser frühen Praxis heraus entstanden im Laufe der Jahrhunderte mehrere formale Fassungen, die bis heute in der Liturgie verschiedener Kirchen vorkommen. Das Apostolische Glaubensbekenntnis gilt als eine der ersten und kompaktesten Fassungen, während das Nizänische Glaubensbekenntnis im Lauf der ökumenischen Entwicklung als umfassendere Abhandlung der jesuanischen, trinitarischen und ecclesiologischen Lehre entstand. Beide Fassungen sind öffentlich zugänglich und gehören zum Kernbestand klassischer christlicher Theologie.
Die Entstehung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses
Historisch gesehen stammt das Apostolische Glaubensbekenntnis aus der Annahme, dass der Taufunterricht in den frühen Christenheit-Fragestellungen eine klare, praktizierbare, formelhafte Bekenntnisform benötigte. Der Text fasst in einer kompakten Form die wichtigsten Glaubensüberzeugungen zusammen, die im Taufritus durch den Täufer und die Gemeinde bezeugt wurden. Die Bezeichnung „apostolisch“ verweist hier weniger auf die wörtliche Abfassung durch die Apostel, sondern auf die apostolische Lehrverkündigung, also auf das, was die Apostel über Jesus Christus und den Glauben zum Ausdruck brachten. Insofern repräsentiert das Apostolische Glaubensbekenntnis eine Praxis des Niederschreibens und Weitergebens der Lehre, nicht eine exakte Transkription der mündlichen Überlieferung.
Das Nizänische Glaubensbekenntnis und das Großes Glaubensbekenntnis
Im Lauf des 4. Jahrhunderts formulierten die Konzile von Nizäa (325) und Konstantinopel (381) eine elaboriertere Fassung, die auf die Person Christi, seine Lehre und seine göttliche Würde mit größerer theologischer Präzision eingeht. Dieses Nizänische Glaubensbekenntnis (auch „Credo Nicenum“ genannt) bildete die in der westlichen und östlichen Kirche verbreitete Grundlage für die christliche Bekenntnisform. In manchen liturgischen Traditionen wird der Ausdruck „das große Glaubensbekenntnis“ verwendet, um auf diese längere, theologisch tiefere Fassung zu verweisen, die in bestimmten Feiern oder liturgischen Wegen als zentrale Gestalt des Bekenntnisses gilt. Oft unterscheidet sich diese Fassung durch eine ausgeprägtere Ausarbeitung von Themen wie der Person des Heiligen Geistes, der Kirche und der eschatologischen Perspektive auf das Heilsgeschehen.
Zusammengefasst kann man sagen: Das Große Glaubensbekenntnis ist in vielen Kirchen kein isolierter Text, sondern eine Bezeichnung für eine längere oder umfassendere Glaubensform, die aus der historischen Entwicklung von Apostolisches Glaubensbekenntnis und dem Nizänisches Glaubensbekenntnis hervorgegangen ist. Diese Formen haben sich zu den bekanntesten Fassungen entwickelt, die in der liturgischen Praxis weltweit in unterschiedlichen Varianten rezitiert werden.
Bedeutung und kerntheologische Aussagen
Zentrale Aussagen, die im großen Glaubensbekenntnis enthalten sind
Unabhängig von der jeweiligen textlichen Fassung lässt sich eine Kernbedeutung feststellen, die in allen bedeutenden Fassungen sichtbar wird. Im Folgenden werden die wichtigsten Bereiche als Kernbotschaften zusammengefasst, die im großen Glaubensbekenntnis zum Ausdruck kommen:
- Gott der Vater wird als Schöpfer des Himmels und der Erde anerkannt – er ist Quelle allen Lebens und Ziel aller Geschichte.
- Jesus Christus wird als der Sohn Gottes geachtet, der Mensch wurde, unter Pontius Pilatus gelitten, gestorben, begraben und am dritten Tag von den Toten auferstanden ist. Seine Himmelfahrt und die sitzende Rechten Gottes verknüpfen das Menschliche mit dem Göttlichen in einer verbindlichen Zukunftserwartung.
- Der Heilige Geist wird als Gegenwart Gottes in der Welt und in der Kirche diagnostiziert – er bewirkt Glauben, Gemeinschaft und Hoffnung in der Gläubigen.
- Die heilige katholische Kirche wird als Gemeinschaft der Gläubigen beschrieben, die durch den Glauben verbunden ist und in der sich die Heilszuwendung Gottes sichtbar vollzieht.
- Die Gemeinschaft der Heiligen betont die Verbindung der Gläubigen über Zeit und Raum hinweg – der Glaube versteht sich in einer solidarischen Gemeinschaft von Gläubigen, gegenwärtig und in der Ewigkeit.
- Vergebung der Sünden ist ein zentrales Element, das die Heilsmöglichkeit Gottes in der Gegenwart des Glaubenden eröffnet.
- Die Auferstehung der Toten und das ewige Leben bilden die eschatologische Perspektive, die das Ziel des Glaubens und die Endgültigkeit der Heilsgeschichte festhält.
Diese Kernaussagen sind nicht nur abstrakte theologische Begriffe, sondern werden in der Praxis als Orientierung für das Glaubensleben, die Ethik und die Gemeinschaft verstanden. Sie liefern eine Struktur, innerhalb der der Gläubige Sinn, Orientierung und Trost findet – sowohl in persönlichen Momenten der Entscheidung als auch in der gemeinschaftlichen Liturgie.
Praktische Anwendung des großen Glaubensbekenntnisses
Im Gottesdienst
Im liturgischen Leben dient das große Glaubensbekenntnis als profession of faith, das den Gläubigen vor oder nach der Predigt eine Gelegenheit gibt, sich gemeinsam zu bekennen. Typische Einsatzorte sind:
- Beim Gottesdienstbesuch oder der Messe, wenn die Gemeinde das Creed spricht, um sich als Gemeinschaft zu verorten und das Vertrauen in Gott zu bezeugen.
- In der Taufe oder in der Firmung, wenn junge Menschen oder Erwachsene einen bewussten Schritt im Glauben tun und sich durch das Glaubensbekenntnis verpflichten.
- In der Presbyter-, Bischofs- oder Priesterweihe, wenn die Geistlichen in einer besonderen Weise die Lehre der Kirche bezeugen und ihre Aufgabe im Dienst der Glaubensweitergabe betonen.
Für viele Gläubige ist der Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses oder des Nizänischen Glaubensbekenntnisses kein reiner Text, sondern eine Gebets- und Erinnerungsform, die das Denken und Handeln in einer ehrfurchtsvollen Haltung bestimmt. In der Praxis bedeutet dies, dass Glaubensinhalt, Ethik und Lebensführung zusammenkommen: Wer bekennt, bekennt zugleich Verantwortung für das Handeln in der Welt.
In der Katechese
Für die katechetische Arbeit dient das große Glaubensbekenntnis als Orientierungsmittel, um Grundfragen des Glaubens zu klären. Unterrichtseinheiten bauen oft darauf auf:
- Die einzelnen Abschnitte des Credo werden systematisch (z. B. Vater, Sohn, Heiliger Geist) vorgestellt, diskutiert und erarbeitet.
- Schülerinnen und Schüler lernen, wie die Aussagen des Glaubens in das christliche Leben hinein wirken – in der Frage nach Sinn, Verantwortung, Nächstenliebe und Gerechtigkeit.
- Es wird geübt, wie man den Inhalt des Glaubens in einfachen Worten erklären kann, um #Zeugnisse im Alltag zu ermöglichen.
Im Alltag
Im persönlichen Leben dient das große Glaubensbekenntnis als Richtschnur in entscheidenden Momenten. Es bietet Orientierung bei ethischen, sozialen und existenziellen Fragen:
- Wie begegnet man Schuld, Versagen oder Verletzungen, und wie spiegelt sich Vergebung in alltäglichen Beziehungen wider?
- Wie formuliert man Hoffnungen in Zeiten von Krisen, Konflikten oder Ungerechtigkeiten, basierend auf der Hoffnung auf ewiges Leben und die Gegenwart Gottes?
- Wie kann der Glaube in Dialog und Versöhnung mit anderen religiösen Traditionen geteilt werden?
In diesen Anwendungen wird deutlich, dass das große Glaubensbekenntnis nicht nur ein Bekenntnis des Kopfes ist, sondern auch eine Praxis des Herzens: Es fordert heraus, das, woraus man glaubt, konkret zu leben, nämlich Liebe, Gnade, Gerechtigkeit und Frieden.
Variationen und semantische Breite
Sprachliche und liturgische Varianzen
Die christliche Welt zeigt eine reiche Vielfalt an Formulierungen des Glaubensbekenntnisses. Zu den wichtigsten Varianten gehören:
- Das Apostolische Glaubensbekenntnis – eine eher kurze, kompakte Fassung, die sich besonders für Taufrituale, Bekenntnissituationen und die Predigtvorbereitung eignet.
- Das Nizänische Glaubensbekenntnis – eine längere, theologisch tiefere Fassung, die in vielen katholischen und orthodoxen Riten besonders hervorgehoben wird.
- Das Große Glaubensbekenntnis – in manchen Traditionen die Bezeichnung für die längeren, elaborierteren Fassungen oder für die liturgische Praxis, in der beide Fassungen zusammen auftreten.
- Sprachliche Varianz – Übersetzungen in verschiedene Landessprachen, die dazu beitragen, dass Gläubige die Lehre in der eigenen Muttersprache aufnehmen und formulieren können.
- Ortsspezifische Anpassungen – regionale Redaktionen und kirchliche Traditionen können kleine Unterschiede in Wortwahl und Betonung aufweisen, ohne die Kernaussagen zu verändern.
Semantische Breiten durch unterschiedliche Bezeichnungen
Die Variation des Namens selbst – Credo, Glaubensbekenntnis, Bekenntnis des Glaubens – eröffnet die semantische Breite, die es ermöglicht, die Aussage sowohl als formale Liturgie als auch als persönliche Glaubensäußerung zu verstehen. Dabei nehmen die Begriffe eine unterschiedliche Betonung vor:
- Credo – lateinischer Ursprung, liturgisch oft als Überschrift oder Kategorie im Gottesdienst genutzt; betont die confessionelle Form des Glaubens.
- Apostolisches Glaubensbekenntnis – Betonung der apostolischen Überlieferung und der Taufe.
- Nizänisches Glaubensbekenntnis – Betonung der Trinitätslehre und der Christusdoktrin in ihrer präzisen Ausformung.
- Großes Glaubensbekenntnis – in bestimmten kirchlichen Kontexten als umfassende oder vollständige Fassung verstanden; oft die sinnhafte Verknüpfung beider Fassungen.
Kulturelle und ökumenische Dimensionen
Der Umgang mit dem großen Glaubensbekenntnis ist auch eine Frage der Ökumene. Verschiedene Kirchenbünde und Konfessionen nutzen unterschiedliche Fassungen, um die Gemeinsamkeiten des christlichen Glaubens sichtbar zu machen, während zugleich theologische Differenzen offen diskutiert werden. In ökumenischen Dialogen dient das gemeinsame Bekenntnis nicht lediglich der Übereinstimmung, sondern als Ausgangspunkt für tieferes Verständnis darüber, wie der Glaube in verschiedenen Kontexten in Wort und Tat umgesetzt wird. In der Praxis bedeutet dies:
- Ein gemeinsames Bekenntnis kann Brücken bauen, weil es zentrale Glaubensüberzeugungen teilt, wie die Dreifaltigkeit, die Kirche, die Vergebung der Sünden und die Hoffnung auf das ewige Leben.
- Unterschiede in Formulierungen laden zu einer theologisch vertieften Auseinandersetzung ein, die zu einer größeren Klarheit über die eigenen Glaubensüberzeugungen führt.
- Bildungs- und Katecheseprogramme nutzen das Bekenntnis, um den Dialog mit Menschen anderer Glaubensrichtungen oder Weltanschauungen zu fördern.
Beispiele für den praktischen Einsatz in Bildung und Gemeinschaft
Beispiel 1: Unterrichtseinheit zur Glaubenslehre
Eine Unterrichtseinheit könnte so aufgebaut sein, dass die Lernenden zunächst den historischen Hintergrund des Credo verstehen, dann die einzelnen Abschnitte des Textes analysieren und schließlich eigene Zusammenfassungen in einfachen Worten verfassen. Am Ende könnte eine reflektierende Diskussion stehen: Welche Aussagen berühren mich heute besonders? Welche Bedeutungen haben diese Aussagen im persönlichen Leben?
Beispiel 2: Liturgische Feiern mit dem großen Glaubensbekenntnis
In einer Sonntagsmesse oder einem Festgottesdienst kann das große Glaubensbekenntnis gemeinsam rezitiert werden. In Vorbereitungsstunden für die Liturgie könnte der Ablauf so gestaltet sein, dass die Gläubigen die einzelnen Abschnitte verstehen, deren Bezug zur Gegenwart Gottes gespürt wird und anschließend ein gemeinsamer Ruf der Hoffnung formuliert wird.
Beispiel 3: Ökumenische Lernwerkstatt
In einer ökumenischen Lernwerkstatt könnte das Bekenntnis in unterschiedlichen Fassungen vorgestellt werden, sodass Teilnehmende die Unterschiede und Gemeinsamkeiten kennenlernen. Dabei könnten Gastsprecherinnen und -sprecher aus verschiedenen Kirchenstufen eingeladen werden, um die Vielfalt des Glaubens in einer respektvollen Atmosphäre zu erforschen.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das große Glaubensbekenntnis eine zentrale Rolle im christlichen Glaubensleben einnimmt. Es verbindet historische Entwicklung, theologische Tiefe und eine starke praktische Relevanz – sowohl in liturgischen Formen als auch im Alltag der Gläubigen. Die Ursachen und die Bedeutung dieses Bekenntnisses liegen in der gemeinsamen Suche nach Orientierung, Sinn und Hoffnung in einer komplexen Welt. Die Vielfalt der Variationen, von Apostolisches Glaubensbekenntnis über Nizänisches Glaubensbekenntnis bis hin zu regionalen Versionen, ermöglicht es, Vertrauen in die Lehre der Kirche in passenden Worten zu bezeugen, ohne die zentralen Glaubensinhalte zu verwässern. In der Praxis ermutigt dieses Bekenntnis Christen dazu, Kernwerte wie Liebe, Gnade, Gerechtigkeit und Frieden in ihr tägliches Leben zu integrieren – im Gebet, im Gespräch mit anderen Gläubigen und in aktiver Teilhabe an der Gemeinschaft.
Wenn Sie den Text weiter vertiefen möchten, empfehlen sich folgende Schritte: Lesen Sie die Apostolische Glaubensbekenntnis- und die Nizänische Glaubensbekenntnis-Fassungen nebeneinander, vergleichen Sie Textpassagen, notieren Sie Unterschiede in der theologischen Betonung und diskutieren Sie deren Bedeutung für Ihre Glaubenspraxis. Überlegen Sie schließlich, wie die Aussagen in Ihrem persönlichen Leben, in der Gemeindearbeit oder in der Führung von Lern- und Glaubensgruppen konkret sichtbar werden können. Das große Glaubensbekenntnis bleibt so ein lebendiges Zeugnis der christlichen Hoffnung – eine Brücke zwischen alter Glaubensüberlieferung und Gegenwart.











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